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Der moderne CIO: Business Partner

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Der klassische CIO: Infrastruktur und Betrieb.

Der vorliegende Post “Der moderne CIO: Business Partner” ist eine Fortsetzung des Posts “Der moderne CIO: Grundlagen”. Im dort referenzierten (von Gartner Consulting beschriebene) CIO Archetypen “Predigital CIO” beschreibt der Autor eine erste Entwicklungsstufe des klassischen CIO. 

Der klassische CIO kümmerte sich um die Bereitstellung von Infrastruktur und Betriebsleistungen. Im besten Fall wurde sein Team bei der Auswahl von Software-Systemen eingebunden. Aber meist nur, um für Infrastruktur oder Betrieb relevante Aspekte von Software zu prüfen (Systems Operator).

Sofern die Anpassung und Wartung von Software im Leistungskatalog des CIO enthalten waren, ging die Aufgabe einen Schritt weiter. Dann hatte der CIO auch das Recht, Empfehlungen und Präferenzen im Hinblick auf die Applikations-Technologie zu einzubringen. Mit der Legitimation, dass er für die Betreuung der Technologien auch die Kompetenzen bereitstellen muss (Digital Evangelist). 

Praktisch gab es zwischen Strategie, Business und IT jedoch immer einen breiten Graben. Alleine schon der Sprache wegen, die in der IT alltäglich ist, aber auch nur dort verstanden wird. 

Der moderne CIO: Orchestrieren statt betreiben.

Dank der fortschreitenden Entwicklung der Cloud fallen auch die letzten Grenzen zur vollständigen Virtualisierung von Betriebs-Infrastrukturen. Im idealen und heute bereits verfügbaren IT-BluePrint entfallen (mindestens für die meisten mittelständischen Unternehmen) auch die letzten Argumente für OnPremise Betrieb. 

Microsoft liefert fertige, virtuelle PCs aus der Cloud (Windows 365). Selbst Office-, Collaboration- und Business-Lösungen stehen komplett aus der Cloud zur Verfügung. Und selbst die letzte “Bastion” Active Directory ist im Jahr 2022 vollständig in der Cloud angekommen. Services wie “Microsoft Cloud Only Identity” oder “Jumpcloud” erlauben es, auf lokale betriebene “Active Directory” Strukturen zu verzichten (Ausnahmen bestätigen die Regel). 

Nur wenige Unternehmen bleiben gezwungen, überhaupt virtuelle Maschinen oder Desktop-Virtualisierung selbst zu betreiben. Und Selbst Netzwerk-Infrastruktur wird mit 5G immer mehr zu einem Thema, das die Modernisierung physischer Netzwerk-Infrastrukturen in Frage stellt. 

Die Bindung an Endgeräte-Anbieter wird mit Cloud-basierten PCs und Anwendungen immer schwächer. Und mit der smarten Integration von Android Apps in Windows 11 verschmelzen die Grenzen zwischen Desktop und Mobile-Endgeräten nicht nur im Device, sondern auch in den Apps. 

Der moderne CIO: Business Partner.

Durch die Entlastung in der Rolle des Betreibers entsteht nun endlich Freiraum. Moderne CIO` s schaffen es, die akademischen und praktischen Kompetenzen der Informatik vom Kostenfaktor zum Wertschöpfungsfaktor zu wandeln. 

Dieser Schritt ist schon seit Jahrzehnten ein klares Ziel und nie zuvor waren die Randbedingungen besser. 

Da Business immer digitaler und schneller wird, ist die Annäherung von IT und Business unvermeidbar. Gleichzeitig ist es auch ein Wunschszenario für beide Seiten. Digital Natives im Business verstehen die Sprache der IT heutzutage recht gut. Der geübte Umgang mit digitalen Low Code Werkzeugen in Fachbereichen nähert die so genannten “Citizen Developers” an “echte” Software Engineering Prozesse an. 

Auch technisch verschmelzen Engineering- und Fachbereichswerkzeuge immer stärker, so dass ein Dialog zwischen IT und Business möglich wird. 

Wo betriebswirtschaftliche Studiengänge Grundlagen digitaler Kompetenzen vermitteln, umfassen digitale Ausbildungen heute häufig einen ausgeprägten betriebswirtschaftlichen Teil. Moderne CIO´ s verstehen deshalb die enge Integration von IT und Business als Chance. 

Wo geht Ihre Reise hin?

Wenn Sie Ihr Unternehmen digital gestützt modernisieren wollen, helfen wir gerne, die für Ihr Unternehmen geeigneten Schritte zu erarbeiten. Für mehr Details aus der Gartner-Studie, den zugehörigen Videos oder zum “Gartner Essentials Framework” für Führungskräfte stehen wir ebenfalls gerne zur Verfügung. 

Author Profile

Rüdiger Gros ist seit mehr als 35 Jahren Unternehmer mit praktischer Erfahrung und akademischem Hintergrund für Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaft.
Neben seiner Funktion als CEO der EFEXCON Group Holding AG und EFEXCON AG berät er strategische Mandate und schreibt Publikationen und Posts zu digitaler Strategie.
Digitale Schwerpunkte hat er in Digitaler Transformation, Composable Enterprise, Data Driven Enterprise und Business Automation.

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